Stack-Fokus, das häufig auch als Focus Stacking bezeichnet wird, ist eine Technik, die Nahaufnahmen mit Tiefe und Details erzeugt, die über da hinaus gehen, was mit konventionellen Nahaufnahmen möglich ist.
Die Technik des Focus Stacking ermöglicht Ihnen eine Betonung der Tiefenschärfe in einem Bild, indem Sie eine Fotoserie aufnehmen und ein zusammengesetztes Bild generieren, das nur aus den Bereichen besteht, die scharfgestellt sind. Auch wenn es schon seit einiger Zeit spezielle Software für das Focus Stacking gibt, lag das Problem darin, geeignete hochwertige Bilddateien zu erhalten.
Es war insbesondere schwierig, eine Bilderserie aufzunehmen, während der Fokus mit jedem Foto um einen kleinen, festen Betrag geändert wurde. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass man die Aufnahmen schnell abschließen musste, da sich sonst das Licht änderte, was zu Fotos führt, die nicht für das Focus Stacking geeignet sind. Das ist genau die Art von Schwierigkeiten, die Nikons »Aufnahme mit Fokusverlagerung« lösen soll, die automatisch den Fokus über eine festgelegte Anzahl Fotos um einen festen Betrag variiert.
Wenn es um das Focus Stacking geht, stellt sich natürlich die Frage: »Warum sollte man sich diese ganze Mühe machen, wenn man die Blende einfach vollständig abblenden kann?«. Aber so einfach ist das nicht. Um eine entsprechend große Tiefenschärfe nur mit der Blenden-Einstellung zu erreichen, müsste die Blende bis auf Werte abgeblendet werden, die sehr nah am minimalen Blendenwert des Objektivs liegen. Das Abblenden der Blende erhöht auch die Diffraktion, was zu Bildern ohne Definition führt.
Unter diesen Umständen erzielen Sie mit Focus Stacking eine gute Tiefenschärfe, ohne dass Sie die Blende so stark abblenden müssen, dass die Bilder ihre Definition verlieren.
 Schrittweite der Fokusverlagerung: 1 Anzahl der Aufnahmen: 36 (mit der D850 aufgenommen) |  Schrittweite der Fokusverlagerung: 2 Anzahl der Aufnahmen: 11 (mit der D850 aufgenommen) |
Focus Stacking-Fotos erstellen
Nikons »Aufnahme mit Fokusverlagerung«*1 kombiniert Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokuspositionen zu einem einzelnen Bild mit besserer Tiefenschärfe. Wenn die Aufnahmen abgeschlossen sind, können Sie die Fotos auf einen Computer kopieren und Focus Stacking-Software eines Drittanbieters verwenden, um die Bereiche, die scharfgestellt sind, zu einem einzelnen Bild zu kombinieren.

Die Kamera nimmt eine Bilderserie auf (in diesem Beispiel 150), aus der ein kombiniertes Bild erstellt wird, das nur die scharfgestellten Bereiche enthält.
Anpassen der Einstellungen
Um die Fokusverlagerungseinstellungen anzupassen, rufen Sie das Fotoaufnahmemenü auf und wählen »Aufnahme mit Fokusverlagerung«*1. Die verfügbaren Optionen umfassen »Bildanzahl«, »Schrittweite der Fokusverlagerung«, »Intervall bis nächste Aufnahme«, »Bel-messwertsp. f. 1. Aufnahme«, »Lautlose Auslösung« und »Speicherordner bei Start« (mit den Unteroptionen »Neuer Ordner« und »Dateinmmerier. zurücksetzen«). Den größten Einfluss auf das Ergebnis des Focus Stacking haben aber die Fokus-Schrittweite und die Anzahl der Aufnahmen. Und auch wenn sie sich nicht im Menü finden, sind die Blende und die Startfokusposition andere wichtige Faktoren.
Blende
Da wir uns bei einem einzigen Foto keine Gedanken darüber machen müssen, eine große Tiefenschärfe zu erzielen, können wir uns stattdessen darauf konzentrieren, wie die Blende angepasst werden kann, um mit jedem Foto ein hochauflösendes Bild zu erzeugen. Wir müssen insbesondere die Blende berücksichtigen, bei der das Objektiv die beste Leistung bringt. Wenn der Schwerpunkt auf einer Diffraktion liegen würde, könnte diese durch Aufnahmen mit maximaler Blende minimiert werden, aber angesichts der Merkmale des Objektivs ist eine Einstellung um zwei bis drei Schritte niedriger, zum Beispiel 1:4 bis 1:8, die beste Option.
Start-Fokusposition
Mit der Fokusverlagerung nimmt die Kamera eine Bildreihe beginnend mit der ausgewählten Fokusposition bis zu unendlich auf. Wählen Sie als Start-Fokusposition eine Position am oder leicht vor dem nächstgelegenen Punkt des Motivbereichs, auf dem die gewünschte Tiefenschärfe liegt. Die Kamera stoppt die Aufnahme automatisch, sobald unendlich erreicht wurde, auch wenn die ausgewählte Anzahl der Aufnahmen noch nicht erreicht wurde.
Schrittweite der Fokusverlagerung
Sie haben die Wahl zwischen zehn Fokus-Schrittweiten, deren Wert zwischen 1 und 10 variiert. Der Betrag, um den sich die Entfernungseinstellung mit jedem Foto ändert, wird nicht allein durch die Schrittweite der Fokusverlagerung bestimmt, sondern wird auf Grundlage verschiedener Objektivdaten, wie Brennweite und Blende, durch die Kamera berechnet. Daher empfiehlt es sich, etwas zu experimentieren, bis Sie die gewünschten Ergebnisse erzielen.
Häufig wird der Fehler gemacht, dass die Fokus-Schrittweite so groß gewählt wird, dass einige Bereiche der Focus Stacking-Bilder nicht scharfgestellt sind. Um dies zu verhindern, scheint eine Schrittweite der Fokusverlagerung von 5 oder weniger eine gute Wahl zu sein.
Die Fokusverlagerung-Fotografie selbst ist sehr einfach und Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass Sie zu viele Fotos aufnehmen. Daher können Sie sogar eine Fokus-Schrittweite von 2 oder 3 für Bilder wählen, die Sie in einem größeren Format drucken möchten.
Anzahl der Aufnahmen
Die Anzahl der Aufnahmen kann auf Werte zwischen 1 und 300 gesetzt werden. Im Allgemeinen benötigt man beim Fotografieren von Insekten oder anderen kleinen Motiven mit Makrofotografie bei den oben beschriebenen Einstellungen (einer Blende von 1:5,6 und einer Schrittweite der Fokusverlagerung von 2 oder 3) über einhundert Fotos, um die gewünschte Feldtiefe zu erzielen. Bei einer Landschaft, bei der Sie nah an der Kamera beginnen und den Bereich bis in die Ferne erweitern, benötigen Sie möglicherweise nur ein paar Fotos, insbesondere, wenn Sie ein Weitwinkelobjektiv verwenden, da die Tiefenschärfe jedes einzelnen Fotos bereits sehr groß sein wird.
Focus Stacking-Software
Der Focus Stacking-Prozess beginnt nach der Aufnahme mit der Bildauswahl. Jede Folge enthält zweifellos zusätzliche Fotos, die Sie nur zur Sicherheit aufgenommen haben, die aber nicht mit Einstellgrenzen aufgenommen wurden, die für das Focus Stacking erforderlich sind. Verwenden Sie zum Beispiel die Software NX Studio von Nikon und wählen Sie die gewünschten Dateien aus jeder Sequenz aus.
Das Focus Stacking wird normalerweise mit Adobe Photoshop oder anderer generischer Bildverarbeitungssoftware oder spezieller Stacking-Software wie Helicon Focus von Helicon Soft oder Zerene Stacker oder Combine ZM von Zerene Systems durchgeführt. Beachten Sie, dass Nikon diese Software weder befürwortet noch ihre Funktionsweise garantiert.
Um weitere Empfehlungen zu den Einstellungen und Tipps für die Fokusverlagerung zu erhalten, wenden Sie sich an den Nikon-Kundensupport.
*1 Verfügbar bei ausgewählten Nikon-Kameras. Beachten Sie die Bedienungsanleitung Ihrer Kamera.