Was ist ein optischer Tiefpassfilter (Optical Low Pass Filter, OLPF)?

Ein optischer Tiefpassfilter (OLPF), manchmal auch Anti-Aliasing-Filter genannt, ist in zahlreichen Digitalkameras verfügbar und befindet sich direkt vor dem Bildsensor. Der OLPF dient hauptsächlich dazu, hochfrequente Bildinformationen auszufiltern, um durch Hochfrequenzwellen hervorgerufene Moiré-Effekte und falsche Farben zu reduzieren. Moiré tritt bei Motiven mit regelmäßigen Strukturen auf, z. B. bei Mustern in Textilien und Bekleidung oder bei Fassaden von Hochhäusern. Da diese Muster in der Natur nicht zu finden sind, kommt es in der Landschafts- und Naturfotografie nur selten zu Moiré-Effekten und falschen Farben.

Der OLPF besteht im Allgemeinen aus zwei doppelbrechenden Kristallplatten sowie einer Wellenlängenplatte. Wie unten gezeigt wird das Licht durch die doppelbrechenden Kristallplatten auf den Bildsensor geleitet und dabei aufgespalten. Zur Verbesserung der Farbwiedergabeeigenschaften werden zudem Sperrung von Infrarotlicht, Antireflexbeschichtung und Infrarot (IR)-Absorptionsglas verwendet.

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Mit Digitalkameras ohne OLPF werden hochfrequente Bildinformationen aufgezeichnet, wodurch die Bildschärfe erhöht wird. Dabei ist es möglich, dass je nach Motiv und Aufnahmesituation leichte Moiré-Effekte und falsche Farben auftreten. Da hochauflösende Sensoren über eine höhere Pixelanzahl bei geringerem Pixelabstand verfügen, treten Moiré-Effekte und falsche Farben weniger häufig auf. Bei hochauflösenden Digitalkameras ist es daher möglich, auf den OLPF zu verzichten, um von einer höheren Bildschärfe zu profitieren. 

Digitalkameras sind darauf ausgelegt, die mit dem jeweiligen Bildsensor bestmögliche Farbwiedergabe zu erzeugen. Bei der Kameraentwicklung muss daher sowohl auf Bildschärfe als  auch auf die nötige Unterdrückung von Moiré-Effekten und falschen Farben geachtet werden.

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