Wie funktioniert ein Fisheye-Objektiv?

Der Name »Fisheye-Objektiv« ergibt sich aus der Fischaugenperspektive aufgrund des weiten Bildwinkels dieser Objektive. Fisheye-Objektive wurden ursprünglich für astronomische Anwendungen entwickelt, weil sie den ganzen Himmel einfangen können. Heute werden sie für vielfältige Zwecke eingesetzt. Mit einem Fisheye-Objektiv kann ein Fotograf mehr künstlerischen Ausdruck, Drama und sogar Humor in seine Bilder einbringen. Gleichzeitig kann er Motive aus sehr geringer Entfernung fokussieren – bei sehr hoher Tiefenschärfe.

Fisheye-Objektive sind aufgrund der einzigartigen verzeichneten Bilder bei vielen Fotografen sehr populär geworden. Objektive werden normalerweise so gebaut, dass tonnen- und kissenförmige Verzeichnungen korrigiert werden. Bei einem Fisheye-Objektiv kommen diese Korrekturen nicht zum Einsatz, die Verzeichnungen werden also sichtbar. 
 

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Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Fisheye-Objektiven mit kreisförmigem bzw. Vollbild-Fisheye-Effekt, die sehr unterschiedliche Resultate liefern.

Kreisförmiger Fisheye-Effekt
Objektive mit kreisförmigem Fisheye-Effekt zeichnen üblicherweise einen Bildwinkel von mindestens 180° auf und bilden ihn kreisförmig im Bildrechteck ab. Das Bild ist stark verzeichnet. Dieser Effekt wirkt umso stärker, je näher sich Objekte am Objektiv befinden. Er hängt zudem von der Position dieser Objekte im Bildausschnitt ab.


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Graue Linie = Kreisförmiger Bildausschnitt, Rote Linie = Bildrechteck

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Vollbild-Fisheye-Effekt
Vollbild-Fisheye-Objektive zeichnen ein größeres kreisförmiges Bild auf, das über das gesamte Bildrechteck reicht. Ein Bildwinkel von 180° wird von diesen Objektiven deshalb nur in den Diagonalen erreicht. Dieser Typ des Fisheye-Objektivs wird von Fotografen am häufigsten eingesetzt.

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Graue Linie = Kreisförmiger Bildausschnitt, Rote Linie = Bildrechteck

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Es gibt Zoomobjektive, die beide Fisheye-Formate abbilden können, z. B. das AF-S Fisheye-Nikkor 8–15 mm 1:3,5–4,5E ED. Zudem ist bei Fisheye-Objektiven zu berücksichtigen, ob sie an einer digitalen Spiegelreflexkamera mit Bildsensor im FX- oder im DX-Format eingesetzt werden sollen, da das Format Einfluss auf den vom Objektiv aufgezeichneten Bildwinkel hat.

Derzeit verfügbare Nikon-Fisheye-Objektive

ObjektivTyp des Fisheye-Objektivs
1. AF Fisheye-Nikkor 16 mm 1:2,8 DVollformat
2. AF DX Fisheye-Nikkor 10,5 mm 1:2,8G EDVollformat (DX)
3. AF-S Fisheye-NIKKOR 8–15 mm 1:3,5–4,5E EDVollformat und kreisförmig

Wie wirkt sich die Sensorgröße auf den Fisheye-Effekt aus?
Aufgrund der unterschiedlichen Größe des Bildsensors im DX- bzw. im FX-Format in digitalen Spiegelreflexkameras liefert ein Objektiv mit diesen Kameras unterschiedliche Bildwinkel.

Die Beispielbilder unten wurden mit dem AF-S Fisheye-Nikkor 8–15 mm 1:3,5–4,5E ED aufgenommen (keine Gegenlichtblende zur Vermeidung von Vignettierung).
 
FX-Sensor 
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Brennweite 8 mm: Kreisförmiger Fisheye-EffektBrennweite 15 mm: Vollformat-Fisheye-Effekt

DX-Sensor
 
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Brennweite 8 mm: Der Fisheye-Effekt ist nicht vollständig kreisförmigBrennweite 15 mm: Der Fisheye-Effekt ist weniger ausgeprägt als bei Verwendung einer Kamera mit Bildsensor im FX-Format

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